Sicherheitshinweise für die Reise

Seit 2022 sind keine touristischen Reisen in die Sperrzone möglich, und das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Ukraine. [Re1] Die folgenden Hinweise beschreiben, worauf Besucher bei den geführten Touren vor 2022 achten mussten. Mehr zur aktuellen Lage erfährst du auf der Seite Reise nach Tschernobyl.

Die Sperrzone rund um das Kernkraftwerk von Tschernobyl ist bis heute ein gefährlicher Ort. Neben der Strahlung, die an manchen Stellen stark erhöht ist, gehen Gefahren von baufälligen Gebäuden, wilden Tieren und seit 2022 vor allem von Minen und Kampfmitteln aus.

Allgemeine Hinweise

Wer vor 2022 eine Reise nach Tschernobyl unternahm, sollte sich stets bewusst sein, welche Risiken die Reise mit sich brachte. Zwar konnte man die Reise nach Tschernobyl durchaus als Abenteuerurlaub ansehen, ähnlich wie im Regenwald oder der Wüste musste man sich aber genau vorbereiten und den Ernst der Lage stets im Hinterkopf behalten. Ich möchte an dieser Stelle ganz besonders darauf hinweisen, dass ich keinerlei Haftung für eine solche Reise übernehme. Die Hinweise und Tipps sind als solche aufzufassen, sie stellen kein Regelwerk und keine Bedingungen dar. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und muss die Konsequenzen, die unbedachte Schritte nach sich ziehen, alleine tragen.

Sämtliche Angaben sind ohne Gewähr.

Heutige Gefahren: Minen und Kampfmittel

Die Zone auf eigene Faust und ohne Genehmigung zu betreten, war auch vor 2022 verboten und wurde in der Ukraine verfolgt. [Re6] Seit der Besetzung durch russische Truppen im Jahr 2022 ist die Zone zusätzlich vermint. Laut der ukrainischen Zonenverwaltung DAZV werden zurückgelassene Minen, Stolperdrähte und andere Kampfmittel regelmäßig von Wildtieren ausgelöst, und jede Arbeit in der Zone ist erst möglich, nachdem Kampfmittelräumer das Gebiet geprüft haben. [Re2] In der gesamten Ukraine besteht laut Auswärtigem Amt eine Gefahr durch nicht explodierte Munition. [Re1]

Strahlung und Radioaktivität

Eine Reise nach Tschernobyl

Die Sperrzone rund um das Kernkraftwerk Tschernobyl ist radioaktiv belastet, die Strahlung schwankt aber stark je nach Standort. Bei den Touren vor 2022 bekamen Besucher Dosimeter, und an den Kontrollpunkten wurden Fahrzeuge und Personen auf radioaktive Verschmutzung geprüft. [Re4] Besonders gefährlich sind sogenannte Hot Spots, an denen die Strahlung deutlich höher ist als in der Umgebung.

Wie hoch die Strahlung in der Zone ist, wie sie im Vergleich zur Normalstrahlung einzuordnen ist und wie sie sich seit 2022 entwickelt hat, erfährst du auf der Seite Strahlenbelastung.

Gesundheitliche Hinweise

Strahlung ist wie viele andere Stoffe erst ab einer bestimmten Dosis schädlich. Welche Dosen zu welchen Folgen führen, erfährst du unter der Definition für Strahlenkrankheit und in der Erklärung der Einheit Sievert. Wer sich vor 2022 an die vorgeschriebenen Wege hielt und die Reise nicht unnötig in die Länge zog, minimierte das Risiko. Hot Spots, zum Beispiel in der Nähe von Gewässern, sollte man in jedem Fall meiden.

Verhalten in der Zone

Abgesehen von der Strahlung gibt es noch mehr Gefahren in der Zone von Tschernobyl. So stellen vor allem Wälder und die baufälligen Ruinen eine große Gefahr dar. Die Gebäude in Prypjat sind zwar noch nicht allzu alt, jedoch hat sich seit Jahrzehnten niemand mehr um sie gekümmert. So können ganz besonders durch die Witterung instabile Böden oder Decken zur Falle werden. Achtung war in jedem Fall geboten, wenn man ein Gebäude betrat. Räume, die verschlossen waren, sollten auch verschlossen bleiben. Die Gefahr besteht hierbei in radioaktivem Staub, der sich im Innern gesammelt hat. Durch plötzliche Luftzufuhr kann der Staub aufgewirbelt werden. Das Einatmen muss man hierbei nicht zwingend bemerken. Hat sich solcher Staub in der Lunge gesammelt, ist er eine wesentlich höhere Bedrohung für den Menschen, als wenn der Staub an den Fußsohlen klebt.
Zudem war Vorsicht beim Übersteigen von Schutt geboten. Hier besteht die Gefahr, in spitze Gegenstände (z.B. Nägel) zu treten und sich ernsthaft zu verletzen. Gebäude außerhalb von Prypjat sollten generell nicht betreten werden, wenn diese nicht direkt am Wegesrand lagen und bereits offen waren. In der Zone verteilt finden sich viele alte Bauernhäuser, die anders als die Betonbauten in Prypjat eine größere Gefahr darstellen, sei es durch Einsturzgefahr oder radioaktive Ablagerungen (s.o.).

Sonstige Gefahren der Zone

Des Weiteren sollte man Gewässer meiden, sowohl künstliche als auch natürliche, da sich dort radioaktive Stoffe sammeln.
Eine weitere Gefahr besteht in wilden Tieren. Die Zone von Tschernobyl ist nämlich trotz der erhöhten Strahlung nicht ausgestorben. Wilde Tiere können tollwütig sein oder andere ansteckende Krankheiten haben.

Letztes Update: 20.10.2026