Normalstrahlung

Die gesamte Welt und damit auch die Menschen sind ständig ionisierender Strahlung ausgesetzt. Die Ursache dafür sind natürliche Strahlenquellen, die unabhängig vom Menschen entstanden sind und existieren. Aus dem Weltall gelangt kosmische Strahlung auf die Erde. Aufgrund der schützenden Lufthülle ist die Stärke von der Höhenlage abhängig. Hinzu kommen die terrestrische Strahlung aus Boden und Gestein, radioaktive Stoffe in der Nahrung und vor allem das radioaktive Gas Radon [Gl3] .

Im Durchschnitt führt die kosmische Strahlung auf Meereshöhe zu einer effektiven Dosis von etwa 300 Mikrosievert (µSv) pro Jahr [Gl3] . Reist man mit einem Flugzeug, so reduziert sich die Schutzwirkung der Lufthülle. Wie stark, hängt von Flughöhe, Flugdauer, Flugroute und Sonnenaktivität ab. Über den Polen ist die Höhenstrahlung stärker als über dem Äquator, weil das Erdmagnetfeld dort weniger abschirmt [Gl3] . In 11 Kilometern Höhe nördlich des 60. Breitengrads beträgt die Dosisleistung zum Beispiel 8 bis 9 µSv pro Stunde [Gl3] . Bei einem Flug von Frankfurt nach Tokio wird man dadurch einer Strahlenbelastung in der Größenordnung von 45 bis 110 µSv ausgesetzt [Gl2] . Das fliegende Personal steht nach den Beschäftigten an Radon-Arbeitsplätzen an zweiter Stelle der Berufsgruppen mit der höchsten mittleren Strahlenexposition [Gl4] .

Insgesamt beträgt die natürliche Strahlenexposition in Deutschland im Mittel etwa 2,1 Millisievert effektive Dosis pro Person und Jahr. Je nach Wohnort, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten reicht die Bandbreite von 1 bis 10 Millisievert pro Jahr [Gl1] . Das fliegende Personal erhielt im Jahr 2025 durch die Höhenstrahlung im Mittel zusätzlich 1,1 Millisievert [Gl4] . Die Höhenstrahlung verändert sich während eines etwa elfjährigen Zyklus mit der Sonnenaktivität: Ist die Sonne aktiver, schirmt der Sonnenwind mehr kosmische Strahlung ab und die Höhenstrahlung sinkt [Gl3] .

Letztes Update: 20.10.2026