Hot Spots

Hot Spots können in unterschiedlichsten Stärken und Formen auftreten. Sie bezeichnen Gegenstände oder auch ganze Areale, die weitaus stärker verstrahlt sind als der Rest der Zone in Tschernobyl. Bestes Beispiel ist der Autofriedhof, auf dem die Einsatzfahrzeuge der Liquidatoren abgestellt wurden. Im weiteren Umkreis des Friedhofs ist man keiner extrem hohen Strahlung ausgesetzt. Direkt an einzelnen Fahrzeugen kann die Strahlung jedoch um ein Vielfaches höher sein als in der Umgebung. Leider kann man Hot Spots als solche in der Regel nicht an bestimmten Merkmalen identifizieren. Der Geigerzähler, der ständige Begleiter egal wo man ist, schlägt jedoch entsprechend Alarm, wenn man sich einem Hot Spot nähert. Die Strahlung nimmt dabei nicht gleichmäßig zu, sondern immer schneller, je näher man dem Hot Spot kommt: Bei einer punktförmigen Quelle gilt das Abstands-Quadrat-Gesetz. Im doppelten Abstand misst man nur noch ein Viertel der Dosis, im dreifachen Abstand nur noch ein Neuntel [Gl22] . Umgekehrt vervierfacht sich die Dosis, wenn man den Abstand halbiert. Anstelle der weiteren Suche ist dann zügiger Rückzug angesagt.

Beispiele für Hot Spots sind vor allem Gewässer jeglicher Art, in denen sich das verstrahlte Grundwasser sammelt. Zudem sollte man sich nicht gewaltsam Zugang zu Gebäuden oder Räumen verschaffen. Hoch radioaktiver Staub kann durch das Einbrechen in einen solchen Raum aufgewirbelt werden. Ist dieser erst ein Mal eingeatmet, setzt er sich in der Lunge fest. Zudem sollte man nie von Wegen oder Straßen abweichen, da besonders die Wälder und Felder stark kontaminiert sein können. Ob und wie die Sperrzone überhaupt besucht werden kann, steht auf der Seite Reise nach Tschernobyl, aktuelle Messwerte unter Strahlenbelastung.

Letztes Update: 20.10.2026