Allgemeine Infos über Tschernobyl

Am Samstag, den 26. April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl einer der schwersten Unfälle in der Geschichte der Kernenergie. Auf der internationalen Bewertungsskala INES ist er mit der höchsten Stufe 7 als katastrophaler Unfall eingestuft.[Ai1] Im Atomkraftwerk kam es aufgrund technisch bedingter Baufehler und menschlicher Fehlentscheidungen zu einer Explosion in Block 4, ausgelöst durch eine nukleare Leistungsexkursion. Dieser Super GAU hatte schwerwiegende Auswirkungen auf weite Teile Nordeuropas, Mitteleuropas (darunter Deutschland) und ganz besonders auf Belarus und die Ukraine, in denen großflächige Gebiete bis heute Sperrgebiet sind. Die Region um Tschernobyl leidet noch heute unter den Folgen, nach wie vor ist es aufgrund der Strahlenbelastung nicht möglich, sich dauerhaft in der Zone aufzuhalten.

Die Region Tschernobyl

Die Karte zeigt das Atomkraftwerk von Tschernobyl. Wer sich das Ganze größer ansehen möchte, nutzt am besten die große Version von Google Maps. Im Süden liegt das Dorf Tschernobyl / Chernobyl / Tschoronobyl, die Stadt Prypiat liegt nord-westlich des Atomkraftwerkes.

Die Sperrzone: Fläche und Grenzen

Nach der Katastrophe wurde rund um das Kraftwerk eine Sperrzone eingerichtet. Die 30-Kilometer-Zone um den Reaktor reicht über die Grenze nach Belarus, deshalb besteht das Sperrgebiet aus zwei Teilen, die getrennt verwaltet werden:

  • Ukraine: Die Zone der Entfremdung (so der offizielle Name der Sperrzone) und die angrenzende Zone der unbedingten Umsiedlung umfassen zusammen rund 259.400 Hektar, also knapp 2.600 km².[Ai2] Zuständig ist die staatliche Agentur für das Management der Sperrzone (DAZV). Rund 85 % dieser Fläche gehören seit 2016 zum Tschernobyler Radiologisch-Ökologischen Biosphärenreservat mit knapp 227.000 Hektar.[Ai3]
  • Belarus: Auf belarussischer Seite liegt das Polessische Staatliche Radiologisch-Ökologische Schutzgebiet in den Bezirken Brahin, Narowlja und Chojniki im Gebiet Homel. Es wurde 1988 gegründet, 1993 erweitert und umfasst heute rund 217.200 Hektar, also etwa 2.170 km².[Ai4]

Zusammen sind die Sperrgebiete beider Länder damit rund 4.770 km² groß.

Allgemeine Infos - Wie alles begann

Angefangen hat alles mit einem verspäteten Versuch, der zeigen sollte, dass die auslaufenden Turbinen bei einem vollständigen Stromausfall genügend Strom für das Kühlsystem und die Sicherheitssysteme liefern, bis die Notstromaggregate angesprungen sind. Durchgeführt wurde dieser Versuch unter Bedingungen weit außerhalb des zulässigen Betriebszustandes. Wie es dabei zur Explosion kam, beschreibt die Seite Die Katastrophe von Tschernobyl.

Die Lage seit 2022

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine brachten russische Truppen am 24. Februar 2022 das Kraftwerk unter ihre Kontrolle und besetzten die Sperrzone.[Ai5] [Ai2] Ende März 2022 gaben sie die Kontrolle über das Kraftwerk an ukrainisches Personal zurück, Anfang April 2022 war der Abzug abgeschlossen.[Ai5] Mehr zur Besetzung und zum Zustand der Zone seitdem erfährst du auf der Seite Tschernobyl heute.

Im Februar 2025 beschädigte eine Drohne die neue Schutzhülle über dem zerstörten Reaktorblock 4.[Ai6] Was dabei passiert ist und wie die Hülle repariert wird, steht auf der Seite Neue Schutzhülle.

Seit Beginn des Krieges sind touristische Besuche der Sperrzone nicht mehr möglich.[Ai2] Was das für eine Reise nach Tschernobyl bedeutet, liest du auf der Seite Reise nach Tschernobyl.

Letztes Update: 20.10.2026