Liquidatoren

Das Wort Liquidation selbst hat mehrere Bedeutungen, im Falle von Tschernobyl sind die Aufräumarbeiter gemeint, die in den Tagen, Wochen und Monaten nach der Katastrophe Trümmer beseitigten und den Betonmantel um den Reaktorblock 4 errichteten. Laut dem Tschernobyl-Forum, einem Zusammenschluss von UN-Organisationen wie IAEA und Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der Regierungen von Belarus, Russland und der Ukraine, wurden im Laufe der Zeit mehr als 600.000 Menschen als Liquidatoren registriert [Gl11] . Etwa 350.000 von ihnen waren in den Jahren 1986 und 1987 im Einsatz, rund 240.000 davon arbeiteten direkt am Reaktor oder innerhalb der 30-Kilometer-Zone [Gl11] . Nur ein kleiner Teil der Liquidatoren erhielt hohe Strahlendosen [Gl11] . Was das für ihre Gesundheit bedeutete, beschreibt die Seite Folgen & Auswirkungen.

Die Katastrophenhelfer kamen aus der gesamten damaligen Sowjetunion. Zu ihnen gehörten Soldaten, Mitarbeiter des Kraftwerks, Polizisten und Feuerwehrleute [Gl11] [Gl6] . Aufgaben waren vor allem die Beseitigung der Trümmer von Block 4 in Tschernobyl sowie das Zuschütten des offenen Reaktors mit Sand, Lehm, Blei, Dolomit und Borverbindungen, die aus Hubschraubern abgeworfen wurden, insgesamt rund 5000 Tonnen [Gl6] . Außerdem wurden Helfer eingesetzt, um bis November 1986 den Betonmantel – den Sarkophag – über dem zerstörten Block zu errichten [Gl26] .

Letztes Update: 20.10.2026